Cape Epic (RSA)
27.03.2011 - 31.03.2011
Nun ist das Cape auch schon vorbei und ich kann auf wirkliche 8 abenteuerliche Tage zurückblicken.
Letzten Freitagmorgen sind wir bereits nach einem Direktflug von München in CapeTown gelandet und haben uns erstmals etwas eingelebt; haben unsere Rader zusammengebaut und sind am Nachmittag dann gemütlich eine Runde fahren gegangen.
Am Sonntag dann startete das Rennen mit dem Prolog. Dieser ging über 27km und isg.8oo Höhenmeter ständig auf und ab, was einem Cross Country Rennen sehr ähnlich war und Nathi und mir sicherlich zugutekam. So konnten wir auch nebenbei ein gutes XC-Training machen!
Und so war es; wir konnten den Prolog mit über 6min.Vorsprung gewinnen:-)!
Dann am Montag hieß es erstmals um 5Uhr aufstehen und die Etappe ging über 89km und ca.2050Hm.
Der Start verlief eigentlich ziemlich gut und wir hatten bald auch schon einige Minuten Vorsprung herausgefahren. Dann aber bei ca. 40km spürte ich leichte Krampansätze und diese wurden immer schlimmer. Daraufhin mussten wir einen Gang zurückschalten und dabei verloren wir leider ziemlich an Zeit. Für mich begann ein richtiges Leiden und ich konnten auf den letzten 30km Flachstück kein Hinterrad mehr halten; so musste mich Nathi alleine ziehen. Ca.10km vor dem Ziel kam dann das Begleitmotorrad und berichtete uns, dass das 2.Ladiesteam nur etwa 200Meter hinter uns sei; das hieß dann natürlich Vollgas! Für mich hieß es diese letzten 10km richtig auf die Zähne beißen und mehr als Vollgas. Es gelang mir auch wirklich sehr gut und so schafften wir es sogar noch 2Minuten Vorsprung bis ins Ziel heraus zu fahren! Wir waren überglücklich über den Sieg, aber ich war richtig tot und musste mich erstmals erholen.
Am Nachmittag nach der 1.Etappe habe ich ziemlich geschlafen und auch die Nacht habe ich mich relativ gut erholt.
Die 2.Etappe ging über 106km und 2300Hm. Zu Beginn war ein langer Aufstieg zu bewältigen, welchen wir dann am Ende auch wieder runterfahren sollten. Der Aufstieg war ein recht technischer Sigletrail und beim Rauffahren gab es ziemlichen Stau. Das 2.Ladiesteam fuhr da an unserem Hinterrad, aber oben am Ende der Steigung konnten wir sie abhängen und fuhren dann in einer Männergruppe weiter. In einer Steigung dann verklemmte sich meine Kette und ich musste halten um sie zu lösen; dabei verloren wir unser Gruppe und musste danach alleine weiter. Durch das Verklemmen konnte ich daraufhin vorne nicht mehr in die kleine Scheibe schalten; so musste ich bis zum 2.Waterpoint so fahren und sie dort dann von den Shimano Guys reparieren lassen.
Nach der letzten Abfahrt vor dem Ziel waren noch ca.10 Kilometer flach zu fahren und Nathi hatte in der Abfahrt einen Stein getroffen und verlor deshalb Luft im Reifen; so mussten wir 2mal stehenbleiben und nachpumpen; kamen aber dann trotzdem mit guten 5min.Vorsprung ins Ziel und konnten erneut einen Etappensieg feiern und unseren Vorsprung ausbauen!
Doch dann am Abend kam die Schock Nachricht: Die Rennleitung wollte uns 1h Strafe geben, da wir angeblich auf der ersten Etappe irgendwo eine Flasche genommen haben sollen und das nur auf Grund einer Zeugenaussage. Es gab aber nur die Aussage des Zeugen und unseres Team Managers Edi; aber keine Beweise! Nichts desto trotzt wurde am Abend bei der Preisverleihung ohne uns lang anzuhören und unseren Gegenrekurs anzuschauen einfach das Leadertrikot an das 2.Team vergeben! Das war eine ziemliche Enttäuschung für uns und wir mussten das erstmals verarbeiten. Auf Grund dessen haben wir beide nicht sonderlich gut geschlafen und waren am nächsten Tag nicht super motiviert! Das zeigte sich dann auch im Rennen; wir hatten nicht die größte Lust und schoben einfach einen lockeren Tag ein! Ganz so locker wurde es leider doch nicht, denn die 3.Etappe war wohl die härteste der ganzen Woche, wie es sich am Ende der Woche herausstellte; es ging über 125km und 2.300Hm, aber der Untergrund war an dem Tag einfach so schlimm; man kam einfach nicht vorwärts!
Am Ende waren wir fast 7,5h unterwegs; also ganz schön lange für einen lockeren Tag,)!
Am nächsten Tag durften wir endlich mal etwas ausschlafen, da die 4.Etappe ein Time Trial über 29km war und wir erst um 12 den Start hatten:)! Das Schlafen am Morgen hatte mir richtig gut getan und freute mich aufs Rennen; denn das war genau unsere Sache!
Und so war es auch; Nathi und ich ergänzten uns super und fuhren einen super Rhythmus! Wir waren ziemlich schnell und konnte die Etappe mit fast 10Minuten Vorsprung auf das 2.Fraueneteam gewinnen und das auf nicht einmal 1,5h Fahrzeit! Das war eine richtige Machtdemonstration und wir hatten gezeigt, wer die schnellsten im Feld waren und wer sich das Leadertrikot eigentlich verdient hätte!
An der 5.Etappe ging’s über 143km und ca.2300Hm! Wir wollten wieder einen lockeren Tag einschieben, denn die Gesamtwertung interessierte uns eigentlich nicht mehr wirklich; wichtiger war das wir gut trainierten!
So kamen wir trotz dem recht gut voran, nur funktionierte schon bald Nathis Gabel nicht mehr; sie konnte sie nicht mehr aufmachen und musste mit blockierter Gabel fahren und da sie auf dem 1km auch noch gestürzt war hatte sie am Arm ziemlich Schmerzen!
Am ersten Waterpoint versuchten wir die Gabel zu reparieren; dabei standen wir sicher 20Minuten, aber ohne Erfolg! Wir mussten also zum 2.Waterpoint fahren, wo die Shimano Leute waren und vielleicht was machen konnten! Der 2.Waterpoint war bei Kilometer 70, so musste Nathi bis dahin mit der Gabel fahren; die Shimano Mechaniker konnten die Gabel aber erstmals reparieren, wir verloren aber wieder 20Minuten!
So fanden wir uns ziemlich am Ende des Feldes und da hinten fand man kaum mehr Gruppen bei denen man im Windschatten fahren konnte! So mussten wir im Gegenwind alles alleine ziehen und kamen ziemlich langsam vorwärts. Nach 100Km war noch eine längere Steigung zu bewältigen und nach dieser war es dann nicht mehr so weit bis ins Ziel. Nach wiederum über 7h Fahrzeit kamen wir weit hinter den ersten im Ziel an!
An der vorletzten Etappen wollten wir nochmals Gas geben und zeigen dass wir die schnellsten waren. Es ging über 120Kilometern und 2700Hm!
Der Start gelang uns ziemlich gut und wir konnten uns schon bald von unseren Konkurrentinnen absetzten. Nach der ersten Steigung fuhren wir oben durch eine sogenannte Halbwüste und das um 8 Uhr Morgen, wo die Sonne gerade aufgegangen war, nur wir auf unserem Bikes; ich fühlte mich als wurde ich fliegen! Einfach traumhaft schön:)!
Die Etappe selbst war für uns die wohl schönste der ganzen Woche; viele Sigletrails und echt traumhaft schöne Landschaften!
Wir kamen ziemlich gut voran und konnten unseren Vorsprung konstant ausbauen! Am Ende kamen wir mit fast 15Minuten Vorsprung vor dem 2.Team ins Ziel und feierten so einen erneuten Etappensieg!
Das motivierte uns sehr für den letzten Tag; eine Etappe über 65km und 1700Hm, wo wir uns wieder einen Etappensieg vorgenommen hatten!
Und so war es auch; es wurde zwar nicht ganz so einfach, weil wir beide nun doch die Müdigkeit spürten, aber wir konnten erneut einen Sieg nach Hause fahren und so von insgesamt 8 Etappen 6 für uns entscheiden!
Am Ende wurden wir sogar noch 2.in der Gesamtwertung und das, obwohl wir 1h Zeitstrafe bekamen und 2 lockere Tage gemacht hatten!
Durch die 6 Etappensiege haben wir so doch noch gezeigt, dass wir die eigentlichen Sieger waren am diesjährigen CapeEpic! Aber im Grunde, auch wenn wir nicht gewonnen haben, konnten wir trotzdem ein gutes Training machen und ich bin ziemlich gespannt wie sich das alles auf meine Leistung auswirken wird!
Es war eine harte Woche; 8 Tage , 707 Km, 14.5500 Höhenmeter und fast 40 h im Sattel!
Jetzt heißt es erstmals sich gut erholen und dann steht bereits an diesem Wochenende mein Heimrennen in Nals auf dem Programm!
Also dann, mehr dazu am Wochenende!
Bis bald!
Ergebnis:
2.



